Plateauschuhe

Geboren wurde die Idee, Damenstiefel mit 15-20 cm dicken Holzkeilen unter den Sohlen und Absätzen zu versehen, bereits im 15. Jahrhundert. Die so genannten "Zoccoli" (Stelzenschuhe) kannte man in Spanien, Frankreich, England und Italien. Der eigenwillige Trend hielt sich immerhin ein knappes Jahrhundert und diente dazu, Frauenbeine durch die mit Riemen an den Schuhen befestigten Holzplateaus unter ausladenden Röcken endlos lang wirken zu lassen. Gehen oder gar tanzen konnte Frau damit nicht - dazu waren die hölzernen Stelzen auch nicht gedacht. Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert.

Heute kennt man Damen-Plateauschuhe in verschiedensten Ausführungen: klassisch als Reißverschluss-Langschaftstiefel, Halbschuhe, Schnürstiefel von niedriger 6- bis kniehoher 30-Loch-Schnürung, Clogs, Peeptoes, Pumps, Sandaletten und sogar Sportschuhe. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: bequeme Plateauschuhe für den Alltag mit ergonomisch ausgeformtem Fußbett sowie gemäßigter Höhe von ca. 3-5 cm dicken Sohlen und max. 10-12 cm hohen Absätzen - und Plateauschuhe mit 20 cm dicken Sohlen und bis zu 40 cm hohen Absätzen.

Bei beiden Versionen wird das Sprunggelenk in unnatürliche Höhen gehoben, und die Achillessehne samt Wadenmuskel verkürzt sich. Doch während bei Show- und Fetisch-Plateauschuhen keinerlei Alltagstauglichkeit gefordert ist, müssen "normale" Plateauschuhe eine Reihe spezieller Anforderungen in punkto Tragekomfort erfüllen.

Mit Plateauschuhen durch den Alltag: Kreative Designer machen's möglich


Die Kreationen der wilden 1960er und 1970er waren alles andere als alltagstauglich, weshalb sie auch nach der Blütezeit des Glamrock für fast 20 Jahre in den Archiven und Mottenkisten verschwanden. Heute verursachen Plateauschuhe keinen Entengang inklusive Gelenkschmerzen mehr, sondern bieten profilierte, weiche Sohlen, bequeme Passform und erstaunlichen Tragekomfort.

Der moderne Plateauschuh besteht aus einer abgerundeten Vorderkappe, einer Halt gebenden Fersenkappe und einem ausgeklügelten Innenleben. Dazu gehört ein glattes Leder- oder Textilfutter, bei Winterstiefeln auch ein dünnes Kunstfaser- oder Lammfell-Futter, sowie ein gut geformtes, mehrlagiges, dämpfendes Fußbett, in welchem der Fuß nicht hin- und herrutscht, sondern ständigen Kontakt mit dem Schuh hat. Die Plateau-Elemente sind fest mit dem Schuh verbunden und mehrfach verleimt bzw. randvernäht, Absatz und Sohle sind meist stark profiliert und mit einer weichen, rutschfesten Laufsohle versehen.

Beim Kauf ist unbedingt darauf zu achten, dass sich der Fuß überall sanft an die Plateauschuhe schmiegt, ohne dass etwas drückt. Am besten abends anprobieren, dann sind die Füße leicht geschwollen, müde und besonders sensibel für "richtige" oder "falsche" Passformen. Je besser der Fuß fixiert ist, umso sicherer der Gang auf den hohen Plateaus. Trägerinnen mit besonders schmalen Füßen oder niedrigem Spann können mit einer zusätzlichen Einlegesohle für besseren Halt sorgen. Und nicht erschrecken bei der Größenauswahl: Aufgrund des Innenlebens wirken Plateauschuhe oft von außen ein bis zwei Nummern größer, als sie innen tatsächlich sind.

Alltagstaugliche Plateauschuhe müssen dem Fuß einen stabileren Halt bieten als flache Plateauschuhe, schon allein, damit das Gewicht der Sohlen nicht bleischwer an Spann und Gelenken zieht, sondern vom ganzen Bein getragen werden kann. Deshalb sind allzu nachgiebige Materialien wie Wildleder oder Stoff nur als Obermaterial geeignet und müssen durch einen Unterbau aus dickerem Leder oder synthetische Stütz-Elemente verstärkt werden. Auch die Gefahr von Sprunggelenks- und Knieverletzungen durch Umknicken (der Fuß knickt am Sprunggelenk samt Schaft ab, während Sohle und Absätze auf dem Boden fixiert bleiben.) wird durch einen stabilen Leisten und eine stützende Fersenkappe gebannt.

Am bequemsten sind natürlich Schnürstiefel mit durchgehender Schnürung, durch die sich die Weite individuell regulieren lässt. Auch Reißverschluss-Stiefel mit eng anliegendem, langem Schaft ermöglichen einen relativ natürlichen, sicheren Gang. Plateau-Sneakers oder Pumps sehen zwar bequem aus, sind es aber nicht, weil das empfindliche Sprunggelenk nicht gestützt wird.

Da beim Gehen mit Plateauschuhen kein sanftes Abrollen von Ferse nach Ballen möglich ist, wird für Absatz und Sohle meist ein weicher Materialmix aus federnden, aber gleichzeitig formstabilen Werkstoffen verwendet. Dazu zählen Gummi, Kork, Leder und Kunststoff. So wird trotz der unnatürlich großen Distanz zwischen Fußsohle und Boden ein Minimum an Dämpfung erzeugt, während bei unflexiblen Materialien wie Holz, Plexiglas, Metall oder Hartplastik jeder Schritt zum Balanceakt wird und die Belastung für Knie und Wirbelsäule gesundheitsschädliche Ausmaße annehmen kann.

Show- und Fetisch-Plateauschuhe


Show- und Fetisch-Plateauschuhe wirken wie futuristische Kunstwerke und werden von ihren Trägerinnen nur bei speziellen Anlässen aus dem Schuhschrank geholt. Hier geht es nicht um Straßentauglichkeit, sondern um Kreativität.

Die Sohlen und Absätze sind vom Prinzip her zwar alle ähnlich gestaltet, mit breiter Trittfläche und separatem Stiletto- oder Blockabsatz, doch die Formenvielfalt ist faszinierend! Quadratisch, rund, oval, gebogen oder gerade, eiförmig... Es gibt sogar Absätze, die aus mehreren Säulen, Blattfedern oder durchgehendem Plateau von Leisten bis Ferse bestehen. Auch beim Schaft gilt: alles geht. Da wird Leder mit Metall- und Gummi-Einsätzen aufgepeppt, Stoff-, Netz- und Spitzen-Applikationen werden als Kontraste auf derbem Gummi platziert, Pailletten auf Lackleder genäht, Graffiti-Schriftzüge und Bilder auf antikisiertes Leder gesprüht... Glamouröse Hingucker sind auch Lack-Plateaustiefel, entweder aus echtem Lackleder oder Kunstleder, die mit BSDM-Accessoires kombiniert werden.

Beim Sohlen- und Absatzmaterial ist der künstlerischen Freiheit ebenfalls keine Grenze gesetzt, von echtem Stein über wassergefülltes Plexiglas, beleuchteten Kunststoff, Metall, Holz bis hin zu Gummi in allen Farben kann alles verarbeitet werden. Am beliebtesten sind allerdings wie bei den alltagstauglichen Varianten leicht federnde Kombinationen aus Gummi, Kork, Leder und Kunststoff. Schließlich haben auch die kreativsten Paradiesvögel nur ganz gewöhnliche Sehnen, Muskeln und Gelenke.

Die Laufsohle ist meist nicht profiliert wie bei den Straßenschuhen, sondern wird glatt gelassen. Show-Plateauschuhe sind auch meist ungefüttert und nicht so stabil wie die alltagstaugliche Variante, weshalb sie insgesamt graziler wirken, aber natürlich keinen Tragekomfort bieten und außer einigen Schritten auf Bühne oder Tanzfläche keine großen Ausflüge ermöglichen. Bleibt die Frage: Und was trägt Frau dazu?

Ob Gothic-Look oder Großstadt-Elfe: Weite Hosen sind tabu!


Ausnahmen bestätigen die Regel. So lässt sich natürlich eine weite Bondage-Hose mit Plateau-Pumps kombinieren. Auch eine hautenge Stretchjeans wirkt in kniehohen geschnürten Stiefeln sehr sexy. Doch am allerschönsten sehen Plateauschuhe zu Miniröcken und kurzen Kleidern aus. Das Geheimnis? Proportions-Zauber!

Plateauschuhe sind eine Liebeserklärung an schlanke Frauenbeine. Denn das relativ klobige, voluminöse Design lässt (fast) jedes Bein noch graziler und vor allem länger wirken. Dieser Effekt wird mit Strumpfhosen oder Leggings besonders schön in Szene gesetzt, durch flatternde Hosenbeine hingegen gänzlich zerstört. Einzige Ausnahme sind Plateau-Pumps, die unter einer Vintage-Jeans mit großer Fußweite sexy hervorblitzen.

Zum Sommer-Look mit Clogs oder Sandaletten gehören lackierte Zehennägel, Leggings, ein Minikleid, Jeans-Mini oder eine Tunika. In kühleren Jahreszeiten kommen Plateau-Stiefel mit höherem Schaft zum Einsatz. Sie werden kombiniert mit schwarzen, blickdichten Strumpfhosen, darüber passt ein Minikleid oder eine Tunika und eine kurze Lederjacke oder ein Blazer. Kein zu langer Mantel, und auf gar keinen Fall ein Parka oder ähnlich voluminöse Jacken! Das einzig Wuchtige sollten die Plateauschuhe sein, alles andere darf figurbetont anliegen.

Wer den Gothic-Look liebt, kombiniert zu Plateau-Stiefeln zum Beispiel einen schwarzen Mini-Petticoat über einer Netzstrumpfhose und geringelten Overknee-Strümpfen. Das bringt die schlanken Beine besonders toll zur Geltung! Darüber passt ein schlichter schwarzer Wollpulli oder ein langärmeliger Body mit ärmellosem Grafik-T-Shirt und Weste drüber.

Die bravere, aber sehr wirkstarke Variante für schlanke Büro-Elfen ist ein klassischer grauer oder schwarzer geschlitzter, kurzer Stiftrock (maximal Knielänge!) mit hautfarbener Strumpfhose, darüber ein schwarzer enger Rollkragenpulli und Plateau-Stiefel, die das Ganze noch zierlicher wirken lassen. Tipp: Lange Haare hochstecken, so wird der moderne Elfen-Look perfekt.

Fazit: Plateauschuhe sind nichts für Schüchterne


Frauen, die mit Plateauschuhen liebäugeln, sollten zwei Dinge einkalkulieren. Auch wenn es altmodisch klingt: So mancher Mann hat ernsthafte Schwierigkeiten damit, wenn seine Partnerin plötzlich einen Kopf größer ist! Und: Der jugendliche, kreative Look verlangt Selbstbewusstsein. Zum "Unsichtbarmachen" sind Plateauschuhe nicht geeignet. Denn dabei handelt es sich nicht nur um Schuhe, sondern um ein Lifestyle-Statement, mit dem sich die Trägerin inszenieren und von der grauen Masse abheben kann. Fetischisten, Rockstars, Models und andere Paradiesvögel lieben das phantasievolle, eigenwillige und kreative Schuhwerk nicht ohne Grund.



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